Eupener Mundart rund ums Altwerden am Sonntag, dem 9. Dezember

Bei Siegfried Theissen geht ums Altwerden, um Sprichwörter und die Herkunft plattdeutscher Ausdrücke. Musikalisch ist der ehemalige Moderator Leo Hermanns mit "Kréssmess" und De Kraffte mit dem Heimatlied "Dou mii Öüpe béss minn Héïmetschtatt" zu hören.

Mundart-Moderator Siegfried Theissen

Mundart-Moderator Siegfried Theissen (Bild: BRF)

Sprichwörter

  • Watt me need ä gene Kopp hatt, mott me ä gen Vöüt haa: Was man nicht im Kopf hatt, muss man in den Füßen haben. Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben. Der Gedankenlose muss viel unnötige Wege machen.
  • Wéëm et lang hatt, lödd-et lang hange. Aus dem Niederländischen : Wie het lang heeft, laat het lang hangen. Wer es lang hat, lässt es lang hängen.Wer reich ist, zeigt das auch gern.
  • Wéëm seg de Naas aafschnitt, verschängeléërt sii Gesécht. Aus dem Niedrländischen : Wie zijn neus schendt, schendt zijn aangezicht. Wer sich die Nase abschneidet, verunstaltet sein Gesicht. Wer schlecht von seinen Angehörigen spricht, macht sich selbst verächtlich. Man soll seine schmutzige Wäsche nicht in der Öffentlichkeit waschen.
  • Ene gouwe Noëber éss béëter wi ene wijje Vräünt: Ein guter Nachbar in der Not ist besser als ein ferner Freund
  • Et Péërt, datt ter Havver verdénnt, kritt-em neet Das Pferd, das den Haver verdient, kriegt ihn nicht.
  • E léëch Schaaf brängt dékk Auverdraach: Ein leerer Brotschrank bringt oft Streit. Armut sorgt oft dafür, dass Streit im Hause is.
  • Béss te Schällem, ovv bésste Déïf, hass-te Pännege, da béss-te mech léïf: Bist du ein Schelm oder bist du ein Dieb, wenn du Geld hast, bist du mir lieb.
  • En Krankhéït kömmt te Péërt änn géït wérr te Vout: Eine Krankheit kommt zu Pferde und geht wieder zu Fuß.
  • Datt höllt fa twällev Uure béss Médaach: Das hält von zwölf Uhr bis Mittag. Das wird nicht lange halten.
  • Nö Hääre, nö Affääre: Neue Herren, neue Probleme. Wenn man einen neuen Vorgesetzten bekommt, muss man auch dessen neue Vorschriften beachten.

Herkunft plattdeutscher Wörter und Ausdrücke

  • Kaschott (Arrestlokal) : uut franz. cachot
  • Kasstiël (Schloss) : uut vlämmsch kasteel dadd et fann et frannse château hatt
  • Kättsch (Kerbe, ; Kerngehäuse eines Apfels) : Limb. kitsch, wall. kétsch
  • Kékkschooseréjje (wertloses Zeug) : franz. quelque chose (etwas)
  • Kétteschtökk (Löwenzahnblâtter) : uut Kétt (Kette) und Schtokk (Stiel), Hd. kettenblume. So genannt, weil man mit den Stielen des Löwenzahns Zierketten flechten konnte.
  • Killefitts ( Schmarotzer) : Limb. kielefitsen
  • kimmele (essen) : en aïnder Vorrem va knibbelen (knabberb, abbeißen) : uut Niederl. knibbelen, en aïnder Vorrem von knabbelen, verwaïnt métt Knapp (ein dickes Stück)
  • Kinkert (Blödmann) : Niederl. kinkel (grober Mensch)
  • Kirregerömmke (spiralförmiges Backwerk) : uut kiire (drehen) änn (männt Tonnar ) Gerömmke (Geräusch). Mä iich sänn eet, watt ‚Geräusch héï métt te maake hatt. Vöër miich kömmt Kirregerömmke va kiire ânn erömm (herumdrehen)
  • e kittje / kittschke (ein wenig) : uut Niederl. kitsken

Eupener Mundartsendung am Sonntag, dem 9. Dezember 2018, von 9 bis 9:30 Uhr und wiederholt um 19 Uhr auf BRF2.

Redaktion und Moderation: Siegfried Theissen

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Ein Kommentar
  1. piet

    hello Siegfried

    was fuer ein schoener Vortrag, besonders interessant ist die Mundart in
    Schrift zu lesen.

    Vielen Dank
    Piet

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