„Schlagerschätzchen – Musik verstorbener Künstler“ am 15. August 2018

"Die Künstler sind zwar tot, aber ihre Musik lebt immer noch": Viele Hörer haben sich die Sendung mit Karin Meyer von Christi Himmelfahrt wieder gewünscht. Es gibt eine Wiederholung an Mariä Himmelfahrt auf BRF2 von 10 bis 14 Uhr.

BRF2-Moderatorin Karin Meyer (Foto: BRF)

BRF2-Moderatorin Karin Meyer (Foto: BRF)

Ein Kompliment einer Hörerin, über das ich mich wirklich gefreut habe: „So eine schöne Idee. Ich bleib‘ jetzt vier Stunden dabei und höre Ihnen zu“. Es geht zwar hauptsächlich um die Musik, aber ein bisschen wollte ich auch erzählen. Bei der Recherche fiel mir auf, wie viele Anekdoten oder auch besondere Hintergründe manche Titel liefern. Auch über die Künstler selbst gibt es viel mehr zu erzählen als nur die Positionen in Hitparaden oder Erfolgsbilanzen. Schlager eben auch als Zeitgeschichte, das vergisst man manchmal.

Manchmal habe ich Hits genommen, manchmal den ersten Titel, mit dem jemand Erfolg hatte. Auch Bandleader waren dabei wie James Last, Bert Kaempfert und Hugo Strasser, alle schon verstorben. Viele ältere Titel sind als Ohrwürmer auch witzig wie „Ich will keine Schokolade“ von Trude Herr, „Hämmerchen-Polka“ von Chris Howland, „Zucker im Kaffee“ von Erik Silvester, „Kriminal-Tango“ von Ralf Bendix und „So ein Regenwurm hat’s gut“ von Heinz Rühmann.

Angefangen bei Abi Ofarim, der erst kürzlich verstorben ist. Dann ging es weiter mit Künstlern wie Ekki Göpelt, Andrea Jürgens, France Gall, Daliah Lavi, Gunther Gabriel, Andreas Fulterer, u.a. Und dann die Jahrzehnte rückwärts bis hinunter in die 30er Jahre. Und so dürfte für alle was dabei gewesen sein. „Da merkt man mit einem Mal, dass man älter geworden ist“, stellte dabei ein Hörer fest.

Eine Auswahl an Geschichten

Roy Black z.B. mochte seine Rolle als Schnulzensänger gar nicht. „Mein Beruf ist Roy Black“, hat er gesagt, das bin nicht ich. Aus der Nummer ist er aber in seinem Leben nicht wirklich herausgekommen. Und warum hat er den Künstlernamen „Roy Black“ gewählt? Seine Haare waren schwarz (also „Black“) und sein großes Idol war Roy Orbison. Von ihm hat er sich den Vornamen genommen. Die beiden sind ja auch ähnlich „schnulzig“.

Die Israelin Daliah Lavi hat zahlreiche Verwandte im Holocaust in den KZ-Lagern verloren, aber sie hat das zeitlebens nie thematisiert. Das ist erst nach ihrem Tod bekannt geworden.

Hildegard Knef ist bei der Geburt ihrer Tochter fast gestorben. Nach diesem Erlebnis ist das Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ entstanden. Dieser Titel wird immer wieder gern auf runden Geburtstagen gespielt.

Der verstorbene DDR-Sänger Ekki Göpelt, sehr beliebt bei den Schlagerfans, war mal Lehrer. Und zwar u.a. Lehrer des Schauspielers Erich Mühe, bekannt durch seine großartige Rolle in dem Film „Das Leben der anderen“. Dafür gab es einen Oscar.

Ronny feierte mit „Kleine Annabell“ Erfolge in den 60ern. Er komponierte u.a. für Hein Simons, als der noch „Heintje“ hieß.

Sehr schön auch die Story von Lale Andersen, die ihren Welthit „Lili Marleen“ überhaupt nicht mochte und testamentarisch verfügt hat, dass man diesen Titel bei ihrem Begräbnis nicht spielen sollte. Was spielte der Organist als Erstes? Lili Marleen!

Teenie-Idol in den 60ern war Manuela. Einer ihrer Ohrwürmer trug den Titel „Schuld war nur der Bossanova“. Darin kommt die Zeile vor, die eine Mutter an ihre Tochter richtet: „Warum warst du erst am Morgen da“. Dies galt in Bayern als unsittlich und wurde verboten!

Orchesterleiter Bert Kaempfert war Pionier der Lounge-Musik. Typisches Klangbild mit Musik, „die nicht stört“. Das hat er von seiner Musik selbst gesagt. Und er komponierte trotzdem den wunderbaren Ohrwurm „Strangers in the night“ – eher bekannt durch Frank Sinatras Interpretation.

Es gab die Italien-Welle nach dem Krieg, als das Reisen in den Süden wieder möglich war: Capri Fischer & Co. Aber auch Titel, die in den Nachkriegsjahren den Freiheitsdrang beschreiben wie „Der lachende Vagabund“ von Fred Bertelmann.

Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer offensichtlich auch. Deshalb wiederholen wir die Sendung „Schlagerschätzchen – Musik verstorbener Künstler“ am Mittwoch, dem 15. August, von 10 bis 14 Uhr auf BRF2.

Redaktion und Moderation: Karin Meyer

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3 Kommentare
  1. Marie-Josée Langer

    Bravo ? liebe Frau Meyer ,sehr schöne Sendung ,interessante Geschichten über die leider verstorbenen Künstler ,vielen Dank ? .
    Ganz liebe Grüße ,Marie-Josée Langer ?

  2. Hannelore Bendler

    Hallo Karin Meyer,
    möchte DANKE sagen für die schöne Sendung, Erinnerungen an verstorbene Sänger. War eine tolle Sendung, die kleinen Geschichten , es wurden Lieder gespielt, die ich schon lange nicht mehr gehört habe. Ganz besonderes habe ich mich über den Kommentar und das Lied von Ekki Göpelt gefreut.
    Mit freundlichem Gruß
    Hannelore Bendler

  3. Jean Crine aus Luxemburg

    Hallo Frau Meyer ,
    Ganz herzlichen Dank für ihre Sendung und für die schöne Musik aus alter Zeit . Das weckt Erinnerungen an glückliche Kindertage , die man nicht missen möchte , höre oft ihre Sendung , bin immer auf BRF2 eingestellt und möchte Ihnen und dem ganzen Team von BRF 2 ein Dankeschön sagen für das tolle Programm bei ihrem Sender , Sie sind die Besten . Wünsche allen einen schönen Tag . Nochmals vielen Dank , machen sie so weiter . Ich bin schon sehr lange ein Fan von ihrem Sender .

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