Wort in den Tag

Selbst leben und Leben ermöglichen

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer.

Kennen sie Situationen, in denen ihnen alles über den Kopf wächst, scheinbar nichts mehr gelingt; in denen sie alles in Frage stellen, keinen Sinn mehr sehen?

Max Feigenwinter sagt dazu:

„ In solchen Zeiten wage ich kaum, etwas zu tun; es könnte ja auch falsch sein; ich könnte anecken, kritisiert werden.

Mein Einsatz scheint in solchen Momenten sinnlos, meine Mühe umsonst, meine Hilfe nicht gefragt, meine Zuwendung abgelehnt, meine Möglichkeiten wertlos.

Oft weiß ich nicht, was mich entmutigt und entkräftet hat. Ich spüre aber, dass Zweifel mich gefangen hält; Zweifel an dem, was ich sagen möchte, was ich tun könnte, was ich letztlich bin. Ich fühle mich gestört. Alles scheint sinnlos.

In solchen Situationen ist es ein großes Glück, wenn Menschen auf mich zukommen, mir zuhören bei mir bleiben mich mitfühlend verstehen.

So erfahre ich:

Es kann nicht alles gelingen, es muss nicht alles gelingen;

Ich darf Fehler haben, manches nicht wissen, vieles nicht können.

Es ist gut, selbst, wenn nicht alles gut ist.

Oft lasse ich mich von Gesichten aufrichten: Besonders wertvoll sind mir dabei die Gleichnisse Jesu. Sie zeigen mir , wie Leben sein könnte, wozu ich bestimmt bi: zu einem friedlichen, glücklichen leben; zu einem Leben in einer Gemeinschaft, in der Menschen einander verantwortungsvoll helfen und fördern, füreinander da sind, miteinander bauen an einer Welt, in der wir alle wachsen können.

Im Gleichnis vom Sämann erzählt Jesus, dass vieles nicht wachsen wird, nicht wachsen kann. Manches wird nur verkrüppelt sein. Dennoch ist es gut, sich einzusetzen, um sich zuletzt an dem zu erfreuen, was trotzdem wächst. Jesus will damit sagen:“ Es muss nicht alles gelingen Wir dürfen gelassen sein.“ Wenn wir in dieser Haltung leben, überfordern wir weder uns noch unsere Mitmenschen.

Ähnlich menschenfreundlich und befreiend ist das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen.“

meint Max Feigenwinter

Liebe Hörerinnen und Hörer, wie schön ist es bei Menschen, die sich gegenseitig nicht überfordern; die akzeptieren, dass manches anders ist, als sie gerne hätten; die Vertrauen haben, dass das Gute wächst.

Maria Klöcker