Wort in den Tag

Pater Damian, Apostel der Aussätzigen

Wir schreiben den 10. Mai 1873, also heute vor 137 Jahren. Schauplatz Molokai, eine der paradiesischen Inseln im Königreich Hawaii. Ein junger Priester, Mitglied der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens betritt die Insel. 33 Jahre ist er alt. Sein Name: Damian De Veuster, der im vergangenen Jahr, am 11. Oktober, heiliggesprochen wurde. Er kommt nicht als Tourist.
Dieser Priester weiß genau, dass er nicht mit heiler Haut davonkommen wird. Denn Molokai ist eine Insel des Schreckens, eine Hölle mitten im Paradies. Von ihr gibt es kein Zurück. Nach Molokai kommen, bedeutet: lebendig begraben zu werden. Molokai ist der sichere Tod unter unvorstell­baren Bedingungen.

„Die Welt der Politik und des Journalismus kennt wenige Helden von Format des Pater Damian von Molokai. Es lohnt sich, der Quelle nachzuspüren, aus der solches Heldentum stammt“, sagte 1945 kein geringerer als Mahatma Gandhi.

Die „Quelle“ seines Heldentums lag wohl in seinem katholischen Elternhaus. Jozef Damian de Veuster trat mit 19 Jahren bei den Herz-Jesu-Missionaren ein. Vier Jahre später fuhr er nach Hawaii. Damals starben viele Insulaner an heimtückischen Epidemien und Krankheiten. Um einer dieser Seuchen Einhalt zu gebieten, deportierte man alle Leprakranken auf die Insel Molokai – und überließ sie ihrem Schicksal.

Als dem jungen Pater die schreckliche Lage der Aussätzigen bewusst wurde, meldete er sich freiwillig auf die Todesinsel. Zwölf Jahre später war auch er angesteckt – und damit unheilbar krank geworden. Immer ging es ihm darum, den Aussätzigen die menschliche Würde wiederzugeben. Mit seinem Tod am 15. April 1889 auf Molokai rüttelte der damals 49jährige die Weltöffentlichkeit wach.

Damian de Veuster heilte in erster Linie durch seine uneingeschränkte Liebe. Denn letztlich gilt: Nur geliebte Menschen haben echte Chancen, gesund und heil zu werden.

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