Wort in den Tag

Freu dich, du Himmelskönigin

Heute am Fest Mariä Himmelfahrt mit Aloys Jousten

Ich habe gelesen, dass auch viele Christen nicht mehr an den Himmel, an ein Leben nach dem Tod glauben. Es mag sein, dass das Bild vom Himmel heute für Unverständnis sorgt. In Wirklichkeit weist es hin auf das, was unsere Vorstellungen sprengt und über unsere Erfahrungswelt hinausweist.

Es wäre nun doch schade und müsste uns traurig stimmen, wenn wir Menschen zu Gefangenen des Irdischen, des Sichtbaren und des unmittelbar Erfahrbaren würden. Dann würden wir das Menschliche darauf reduzieren. Der Glaube an unsere zukünftige Auferstehung und damit an die Himmelfahrt Mariä gibt unserem Menschsein eine ungeahnte Weite und Perspektive. Durch die Auferstehung werden wir die Grenzen von Raum und Zeit sprengen. Wir werden einst für immer bei Gott sein. Genau das bekennen die Christen am heutigen Fest von der Muttergottes. Maria ist mit Leib und Seele, also mit ihrem ganzen Menschsein bei Gott. Der Apostel Paulus drückt es so aus: Das Vergängliche bekleidet sich mit Unvergänglichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit. Dann siegt das Leben über den Tod.

Mit Maria können wir heute fragen: Tod, wo ist dein Sieg? Zu Maria singen wir: Freu dich, du Himmelskönigin, freu dich, Maria. Bitt Gott für uns, so wird’s geschehen, dass wir mit Christus auferstehen. Halleluja.

Im Marienlied, das in den Klöstern jeden Abend als letztes Gebet gesungen wird, heißt es: Sei gegrüßt, o Königin, zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas; nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes.

Liebe Hörerinnen und Hörer! Heute findet mancherorts die Kräuterweihe statt. Der Wohlgeruch der Kräuter soll wie ein guter Duft sein, der alles durchdringt. Wieder ein Bild für die Vollendung des ganzen Menschen in Gott. Die Aufnahme Mariä in den Himmel lässt auch uns hoffnungsvoll leben und voll Zuversicht erwarten, dass Gott uns bei unserem Tod bei unserem Namen ruft und uns ein persönliches Leben ohne Ende schenkt. Für Maria ist das Unterwegssein und Hoffen zu Ende; sie ist bei Gott, mit ewigem Leben erfüllt und vollendet.

Ihnen allen wünsche ich diese Hoffnung auf Vollendung in Gott.