Wort in den Tag

Martin Schuler

„Allmächtiger“

Drei Jungen unterhalten sich auf einem Spielplatz. Der eine will witzi­ger und wichtiger sein als der andere. Einer beginnt: „Mein Onkel ist Pfarrer. Wenn der auf die Straße geht, grüßen die Leute und sagen „Hochwürden!'“ Der zweite Junge antwortet: „Ich habe einen Onkel, der ist Kardinal. Wenn der durch die Stadt geht, ziehen die Leute den Hut und sagen „Eminenz!“‚ Der dritte Junge wirft ein: ,,Das ist doch gar nichts. Ich habe einen Onkel, der ist so dick, wenn der auf die Straße geht, drehen sich die Leute um und rufen .Allmächtiger!“

„Allmächtiger“ wie oft nimmt man das Wort in den Mund. Meist Gedankenlos. ,,Allmächtiger!“ Es ist richtig gewählt, wenn wir es staunend ausrufen. So dass es Anbetung und Staunen zum Ausdruck bringen
Denn Allmächtiger heißt: Gott hält alle Macht in seinen Händen. Er ist der Herr der Schöpfung, der Machthaber der Welt, der Gebieter der Ge­schichte, der König des Lebens, der Sieger über den Tod, der Herr über Zeit und Ewigkeit. Gott ist der Erste und der Letzte, der Einzige und Wahre, der Lebendige und Ewige. Seine Macht hat keine Grenzen, seine Herrschaft kein Ende, seine Größe kein Beispiel. Wir sehen Gottes Macht in der Schöpfung der Welt, in der Geschichte seines Volkes, in der Erlösung der Menschen, in der Überwindung des Todes in der Auferste­hung Jesu. Mit Augen des Glaubens sehen wir Gottes Allmacht überall.

Aber das eigentlich Überraschende und Staunenswerte an der Größe Gottes ist, dass er seine Allmacht an die vollkommene Liebe gebunden hat. Der Machthaber der Welt ist zugleich der Liebhaber des Lebens. Niemand wird unser Leben so liebhaben, versorgen und bedenken kön­nen wie der lebendige Gott. Der Weltenherrscher ist der beste Freund unseres Lebens. Gottes Macht ist darin so herrlich, dass sie eine Macht der Liebe ist.
Darum denken Sie heute am ihn, wenn Sie über etwas staunen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.

Quelle : Axel Kühner, Überlebensgeschichten für jeden Tag, S. 190