Wort in den Tag

Paradoxe unserer Zeit

Liebe Hörerinnen und Hörer, neulich wurde mir eine Mail zugesandt mit dem Titel „Das Paradoxe unserer Zeit“. Neugierig machte ich mich an die Lektüre und las folgende, nicht ganz falsche, erstaunliche aber auch traurige Aussagen:
Heute haben wir größere Häuser, jedoch kleinere Familien. Mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit. Wir haben einen höheren Bildungsgrad mit mehr Wissen, aber weniger gesunden Menschenverstand und Urteilsvermögen. Wir haben mehr Experten, aber mehr Probleme, mehr Medizin aber weniger gute Gesundheit.
Wir geben uns zu unbekümmert, lachen zu wenig, werden zu schnell ärgerlich, stehen zu spät auf, lesen zu wenig, sehen zu viel TV und sind weniger rücksichtsvoll.
Wir haben unsere Besitztümer multipliziert, aber unsere Werte reduziert.
Wir reden zu viel, lieben zu wenig und lügen zu oft.
Wir haben gelernt, wie man einen Lebensunterhalt verdient, aber nicht das Leben.
Wir haben Jahre zum leben, aber nicht, dem Leben Jahre hinzuzufügen.
Wir haben höhere Gebäude, aber niedrigere Temperamente, breitere Straßen, aber schmalere Standpunkte. Wir geben mehr aus, haben aber weniger. Wir kaufen noch mehr, genießen es noch weniger. Der Mensch hat die ganze Strecke zum Mond und zurück geschafft, hat aber Mühe, die Straße zu überqueren bis zu seinem bedürftigen Nachbarn. Der Mensch hat’s geschafft, das Atom zu spalten, schafft es aber nicht, seine Vorurteile zu spalten.
Wir schreiben mehr, lernen weniger; planen mehr, aber vollenden weniger. Wir haben gelernt zu eilen, aber nicht zu warten. Wir haben höhere Einkommen, aber niedrigere Moral. Wir haben mehr Computer, um mehr Informationen zu erhalten, aber weniger persönliche Kommunikation. Wir haben mehr Quantität statt Qualität. Mehr Freizeit, aber weniger Spaß. Mehr Arten der Nahrung aber weniger Ernährung. Zwei Einkommen, aber mehr Scheidungen. Schönere Häuser, aber gebrochene Heime…
Sollte das Leben nicht eher aus Momenten des Genusses bestehen anstatt aus Momenten des Überlebens?