Eifeler Mundart: Der Beruf des Köhlers

Studiogast in der Mundartsendung "Watt jet et Nöjes?" mit Siegfried Krings am 5. November ist Gerd Linden aus Düttling/Heimbach, der die Hörer in die Welt der Köhler einführt.

Gerd Linden beim Meilerfest in Düttling 2016 (Bild: Manfred Hilgers)

Gerd Linden beim Meilerfest in Düttling 2016 (Bild: Manfred Hilgers)

Seit Beginn der Mundartsendungen des BRF wird immer gerne darauf Wert gelegt, dass der Gebrauch unser Mundart gefördert wird. Genau so wichtig erscheint es uns Moderatoren, auch über Brauchtum unserer Heimat zu berichten. In der Vielfalt der vorgebrachten Themen kommen dann seltene bzw. längst ausgestorbene Berufe und das damit verbundene Handwerk zur Geltung.

So wie in dieser Sendung, wo Studiogast Gerd Linden aus Düttling/Heimbach die Hörer in Welt der Köhler einführt. Übrigens eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit!

Gerd Linden ist gelernter Landwirtschaftsmeister und Forstwirt, heute arbeitet er als Waldführer und Referent für Vogelsang. Sein beruflicher Werdegang führte ihn zum Freilichtmuseum Kommern, wo er das Handwerk des Köhlers von den Gebrüdern Stollenwerk (den letzten Köhlern in der Eifel) erlernte und es an jüngere Kollegen weitergibt. Auch ein gutes Beispiel an Brauchtumspflege!

Im Gespräch mit dem „Düddelinger Gerd“, wie er im Heimatort genannt wird, geht es natürlich einmal darum zu erfahren, wie es kam, dass es gerade im Schleidener Tal, dem heutigen Nationalpark, damals noch ca. 1.400 Meilerplätze gab. Wir erfahren, wie das Leben eines Kohlemeilers verläuft – von der Errichtung bis zum Endstadium. Er wird ja nicht abgebrannt, sondern regelrecht „verkohlt“.

Wie verlaufen die einzelnen Arbeitsschritte innerhalb von neun Tagen (rund um die Uhr) und worin bestehen die Aufgaben des Köhlers und seiner Gehilfen, im Volksmund „schwarze Männer“ genannt? Hierbei kommen auch noch anderen Begriffe wie Füchse, Fülle und Gesetze zur Sprache.

Meilerfeste im Mai 2018

Wer nun diese einzigartige Atmosphäre am historischen Holzkohlemeiler in Düttling-Heimbach hautnah – vom Rauch und Geruch durchzogen – erleben möchte, sollte sich bereits die Daten vom 19. bis 31. Mai 2018 vormerken, denn dann sind die im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Meilerfeste für Groß und Klein geplant.

Sie beginnen am Samstag, dem 19. Mai, mit einer Messfeier und dem Anzünden des Meilers mit dem Friedensfeuer aus Bethlehem. In den darauffolgenden Tagen können die Besucher schließlich all die Phasen des Verkohlens in Augenschein nehmen und den „schwarzen Männern“ über die Schulter schauen. Wobei selbstverständlich darauf geachtet wird, dass der Sicherheitsabstand zum Meiler gewährleistet wird, denn die Glutnester erzeugen eine enorme Hitze.

An allen Tagen wird dem Publikum ein buntes Programm geboten und es versteht sich von selbst, dass bei soviel Rauch und Hitze auch ein Köhlerbraten im Angebot steht. Mehr Info dazu gibt es unter kohlemeiler.de.

Siegfried Krings

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