Mundart: Ausstrahlung der Eifeler Mundartveranstaltung am 20. November 2016

„Das Platt gehört zur Eifel wie der Dom in Köln“ sagte Klaus-Dieter Klauser vom ZVS bei seiner Ansprache. Vier Stunden „Verzäll on Jesang" auf BRF2.

Eifeler Mundartveranstaltung 2016: Das Moderatorenteam mit Studioleiter Stephan Pesch

Eifeler Mundartveranstaltung 2016: Studioleiter Stephan Pesch bedankte sich bei den Moderatoren Siegfried Krings, Pascal Gangolf, Marita Marquet und Raymond Schwall sowie bei allen Mitwirkenden.

Es wurde vier Stunden lang nur Platt gesprochen und gesungen am 15. Oktober im vollbesetzten Triangel St. Vith bei der fünften Auflage der Eifeler Mundartveranstaltung, zu der BRF und der Geschichts- und Museumsverein geladen hatten. Es waren fast ausschließlich Mitwirkende aus der Großgemeinde St. Vith vertreten, quer durch alle Altersgruppen.

Nach einer konzertanten Ouvertüre durch Accordiola – die im Laufe des Abends noch Mal spielten – unter Leitung von Vincent Dujardin kam der St. Vither Kinderchor auf die Bühne mit „En osem Städtche“ und „Mir sinn der Strooss eraaf gegange“. Für einige der kleinen Sängerinnen und Sänger war es eine Bühnenpremiere! Das Team um Vera Saam-Genten, Alexander Wahl, Claudia Piep-Zanzen, Daniela Kreusch, Bernadette Hüwels und Julia Meyer sorgte auch für eine richtig bunte Bühnenpräsenz.

Es ging auch gleich musikalisch weiter mit einem Heimat-Rap „Oh Eefler Land, wat bos du schun“ der  5. und 6. Klasse der Grundschule Lommersweiler-Neidingen-Wallerode-Schönberg unter Leitung von Dieter Keller. Dann folgte der Auftritt des “Rucksack Vegders” Raymund Thelen, der als gebürtiger Manderfelder auch einiges aus dem Treeschland zu berichten hatte.

Dann folgten die 5. und 6. Klasse der Grundschule Rodt unter Leitung von Werner Meyer.  Clara, David, Jan, Samuel, Thibaut und Jonas erzählten, was  Oma und Opa in der Volksschule erlebten.Tradition gehörte natürlich auch dazu: Die Volkstanzgruppe Hinderhausen tanzte unter Leitung von Martha Bertha-Deutsch den Lancier, einen Tanz der noch zu vielen Kirmesveranstaltungen in der Eifel getanzt wird.

Die Vegder Diddeldöppcher  – 30 Minis und 25 Große – bewiesen mit ihrem Auftritt, dass ihnen zurecht der Platz als eine der besten Tanzgruppen der Region zusteht. Die Minis werden trainiert von Darja Teissen, Amanda Feltes Amanda Lynn Niessen und Thierry Küpper. Die großen Diddeldöppcher von Dominic Classen. Der Präsident ist Alain Cremer. Das 2 x 11-jährige Jubiläum wird am 28. Oktober 2017 groß gefeiert.

Vor der Pause sorgte das Video “Landwirteninterviews” von Manuel Jodocy der KG Lommersweiler für allgemeine Erheiterung. Nach der Pause erwiesen D’Löressen – Joseph Hammerschmidt, Waldemar Gillessen, Bob Oberecken, Raymond Neven, Helmuth Wiesen & Rainer Hilgers – ihrer Heimat alle Ehre mit “Kein Zweifel … Aus der Eifel”, “Ävver domott oss elo Schluss” und natürlich mit ihrem Evergreen “Kirmes”.

Dann war Theater angesagt. Die Theatergruppe Mackenbach unter Leitung von Marc Schank machte mit einem kurzen Auszug Appetit auf ihr neues Stück “En Hau mot dr Pann”. Von Mackenbach ging es weiter nach Neundorf. Arnold Lenges hatte viel Historisches über sein Dorf zusammengetragen. Dabei kam der Humor auch nicht zu kurz.

Die Rundreise durch die Großgemeinde machte in Recht mit seinem “besonderen” Dialekt halt. Vom Junggesellenverein befassten sich Jörg Herzhoff, Marius Mettlen, Jérémy Reiners, Luc Margraff, Maurine Mettlen, Laura Herzhoff, David Müsch, Christoph Schrouben und Tom Arens mit „einem ganz normalen Kirmesmontag“. Die ehemalige Obermöhn Agnes Mettlen aus Recht beklagte sich gekonnt über „den Unterschied zwischen Männern und Frauen“. Ihr Fazit: Da bleibt noch ein langer Weg bis zur Gleichberechtigung.

Von Recht nach Crombach. Die Crombacher Landfrauen unter Leitung von Resi Kalbusch –Mathey sangen über wohlproportionierte Damen und wurden dabei von Karl-Heinz Landeck an der Gitarre begleitet.

Die Pflege der plattdeutschen Sprache liegt dem Heimatforscher Johann Wiesemes aus Emmels seit jeher am Herzen. Mit Moderator Siegfried Krings tauschte er sich über “Platt va jäster(en) on hökt” und über Unterschiede zwischen einzelnen Dörfern aus. Der ältestes Mitwirkende auf der Bühne erinnerte sich noch an Ereignisse aus seiner Schulzeit “als wäre es gestern gewesen”.

Der Auftritt der Rodter Buchfinken unter Leitung von Manfred Hannen und Karl-Heinz Landeck war ein weiterer Höhepunkt. Mit “Maach doch mot”, Mot Humor” und “Oose Stammboom” machten die acht Sänger ihrem Namen alle Ehre.

Gekonnt ist gekonnt: Werner Meyer, der die Mundartpflege zu Beginn der Veranstaltung mit seinen Schülern aus Rodt unter Beweis gestellt hatte, glänzte in der Bütt in seiner Paraderolle als ‚De Plötschkopp fa Prandschett“.

Dann zum Abschluss noch das gemeinsame Finale von D’Löressen und den Rodter Buchfinken:

BRF-Studioleiter Stephan Pesch bedankte sich bei den vier St. Vither Mundartmoderatoren Marita Marquet, Pascal Gangolf, Siegfried Krings und Raymond Schwall, die durch das Programm führten.

Aus dieser äußerst kurzweiligen Veranstaltung sind ganze vier Stunden Sendung entstanden. Zu hören am Sonntag, dem 20. November, von 14 bis 18 Uhr auf BRF2. Zum Nachhören

RD, Fotos: Josef Gaspers, BRF

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