Eifeler Mundart: Geschichte und Entstehung der Altenheime der DG

Studiogast in der Mundartsendung am 17. Juli: Friedhelm Wirtz, Präsident des VW der Interkommunale "Vivias".

Präsident des VW der Interkommunale "Vivias"

Präsident des VW der Interkommunale "Vivias"

Studiogast in der Mundartsendung am 17. Juli: Friedhelm Wirtz, Präsident des VW der Interkommunale „Vivias“.

Vom Schultheissenhof zum Seniorenheim

Die umfassende Hofanlage im Zentrum der Ortschaft Bütgenbach oder „den Hoff „, wie sie im Volksmund gerne genannt wird, gehört zu den ältesten Bauwerken der belgischen Nordeifel.

Urkundlich lässt sich die Hofanlage bereits im 15. Jahrhundert nachweisen. Damals war sie ein Lehnsgut der Grafschaft Vianden, gehörte also zu Grafschaft und Herzogtum Luxemburg. So blieb es bis zur Franzosenzeit am Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Im sogenannten „Hoff“ residierte vermutlich zu der Zeit der Schultheiss, also der Gemeindevorsteher oder Bürgermeister, wie wir ihn heute nennen würden.

Der Hof ist eine geschlossene vierflügelige Anlage aus hiesigem Bruchstein, die einen weiten Innenraum umschließt. In ihren wesentlichen Bestandteilen datieren die Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Hauptfront befindet sich an der Ostseite. Dieser Ostflügel enthielt vornehmlich die Wohnräume und hat an der rechten Seite einen imposanten Torbau aus dem Jahre 1754.

Um den Hof für die Nachwelt erhalten zu können, musste für die Anlage eine neue Zweckbestimmung gefunden werden. Schon die I.S.M.A., die Interkommunale für sozio-medizinische Anstalten der Gemeinden Büllingen und Bütgenbach trug sich mit dem Gedanken, den alten Hof zum Krankenhaus und Seniorenheim umzubauen, und so erwarben die beiden Gemeinden 1986 die Gebäude mit den Hofwiesen.

Dann kam das Jahr 1987. Es war das Jahr, in dem im Bereich des Gesundheitswesens und der Altenpflege in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ein Abkommen unterzeichnet wurde, das richtungsweisend für die Zukunft sein sollte und heute noch allen diesbezüglichen Entscheidungen zugrundeliegt.

Nach der Schliessung des Krankenhauses wurde 1988 eine neue Interkommunale für das Sozial- und Gesundheitswesen der fünf Gemeinden Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach und St. Vith gegründet. Sie ist verantwortlich für die Senioren- und Pflegeheime in Bütgenbach und St. Vith und übernahm dann auch in Bütgenbach die Planung und Verwirklichung des Projektes Seniorenheim Hof Bütgenbach.

Die Alten- und Pflegeheime im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft bestanden Altenheime in Bütgenbach, Manderfeld und St. Vith, die von Ordensgemeinschaften geleitet und unterhalten wurden. Die ständig wachsende finanzielle Last für diese Häuser und die immer größeren Nachwuchsprobleme in den Ordensgemeinschaften, zwangen die Gemeinden andere Wege zu suchen. Im südlichen Teil wurde bereits am 22. März 1975 eine erste Interkommunale gegründet, um ein neues Altenheim in St. Vith zu bauen.

Zu dieser Interkommunale gehörten die Gemeinden Amel, Burg-Reuland, Crombach, Heppenbach, Lommersweiler, Recht, St. Vith, Schönberg und Thommen. Die übrigen südlichen Gemeinden, das heißt  Büllingen, Bütgenbach, Elsenborn, Manderfeld und Rocherath, gründeten am 1. Juli 1977 eine Interkommunale mit dem Ziel, die Trägerschaft des Krankenhauses und Altenheimes in Bütgenbach und des Altenheimes in Manderfeld zu übernehmen.

Nach den Gemeindefusionen blieben von den ehemals 15 Gemeinden nur noch fünf übrig: Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach und St. Vith. In den Jahren 1980 bis 1985 fand eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens statt, mit der Folge, dass das Überleben der beiden Kliniken in Bütgenbach und St. Vith in Gefahr geriet.

So kam es am 24. Juni 1987 in Eupen zu einem sehr wichtigen Abkommen, dass den Erhalt eines einzigen Krankenhauses im Süden, in St. Vith, garantierte. Als Ausgleich für die Schließung des Krankenhauses, sollte in Bütgenbach ein Alten- und Pflegeheim von insgesamt 80 Betten errichtet werden. Für St. Vith sah man ein Altenheim von 30 Betten vor.

Um die Aufgaben im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft im gesamten Alten- und Pflegebereich zu zentralisieren und bewältigen zu können, wurde am 29. Februar 1988 die Interkommunale für das Sozial- und Gesundheitswesen der Gemeinden Amel, Büllingen, Burg-Reuland, Bütgenbach und St. Vith gegründet.

Standort

Das Seniorenheim Hof Bütgenbach befindet sich mitten im Dorf Bütgenbach, in einer schönen, ruhigen, trotzdem verkehrsgünstigen Lage. Die restaurierte Hofanlage und der angegliederte Neubau ergeben eine harmonische Einheit mit einer einmaligen Atmosphäre. Das gesamte Areal des Seniorenheimes, einschließlich der bebauten Fläche, umfasst zirka einen Hektar und 68 Ar. Die bebaute Grundfläche, verteilt auf fünf Ebenen, ergibt eine Nutzfläche von rund 7500 m².

Das Seniorenheim verfügt über eine ausgedehnte Grünanlage, die mit Ruheplätzen und Spazierwegen ausgestattet ist, die auch von Rollstühlen befahren werden können. Das Herzstück der gesamten Anlage ist der Innenhof, ausgestattet mit Grünanlagen, Springbrunnen und Ruhebänken, eine ideale Begegnungsstätte, nicht nur für die Besucher des Seniorenheimes.

Das Seniorenheim Hof Bütgenbach verfügt über 27 Einzelzimmer, vier Appartements für Ehepaare und 30 Zweibettzimmer. Die Zimmer sind großzügig angelegt und strahlen eine behagliche Atmosphäre aus. Zu jeden Zimmern gehört eine Sanitäreinheit mit Waschbecken, Dusche und WC. Ausgestattet sind die Zimmer mit Pflegebett, Nachttisch, eingebautem Kleiderschrank, Sitzgruppe und Essecke. Telefon- und Fernsehanschluss (Kabel), sowie Rufanlage sind vorhanden. Eine Videoanlage erlaubt es, Messen, Veranstaltungen, musikalische Darbietungen über das Fernsehen in die Zimmer zu übertragen.

Es wurde darauf geachtet, genügend Raum für Begegnung und Kommunikation vorzusehen. Das Seniorenheim verfügt über viele Zonen für gemeinsame Aktivitäten, die sowohl den validen als auch den pflegebedürftigen weniger mobilen und verwirrten Personen eine Teilnahme am Heimgeschehen erlauben.

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