Musikalischer Weltenbummler: Manfred Leuchter im Interview

In der Region ist Manfred Leuchter vor allem als Akkordeonist und Produzent von Reinhard Mey bekannt. Aber das sind nur zwei Facetten des Künstlers aus Würselen, der inzwischen in Kelmis lebt.

Manfred Leuchter zu Gast im Künstlertreff (Bild: Julien Claessen/BRF)

Manfred Leuchter zu Gast im Künstlertreff (Bild: Julien Claessen/BRF)

Viele Tourneen um die halbe Welt, unzählige, nachhaltige Konzert-Erlebnisse, erfolgreiche CD-Produktionen sowie die Mitwirkung in unterschiedlichen, spannenden Musikprojekten hat uns der nicht nur musikalische Weltenbummler mit der ganz und gar eigenen Musik-Auffassung zwischen Okzident und Orient in den letzten Jahren beschert. Aus seinen zahlreichen Eindrücken hat der Akkordeon-Virtuose längst seinen unverkennbaren, toleranten und weltoffenen Stil geformt, in dem er spielerisch wie kunstvoll Elemente unterschiedlicher (Musik-) Kulturen verbindet.

Natürlich dürfen in der Sendung Lieder von Reinhard Mey nicht fehlen. Es sind zwei Titel, die Manfred Leuchter sehr berührt haben. „Rümhart“, die Geschichte eines schwarzen Jungen, der auf Sylt Küchenhilfe ist und sein Träume pflegt. In diesem Stück kommt sehr viel Afrika vor. Das andere Mey-Lied stammt aus dem Album  „Flaschenpost“ von 1998 und heißt „Es ist immer zu spät“. Manfred Leuchter arbeitet mit Reinhard Mey seit 1986 zusammen und ist seit Anfang der 90er Jahre sein Produzent. Außerdem gibt es ein Lied, das in Tansania entstanden und ein Traditional aus dem arabischen Raum ist, zu hören. Darüber hinaus die Manfred-Leuchter-Version des Billy Joel Evergreens „Just the way you are“. Begleitet wird er dabei von der australischen Sängerin Julia Messenger.

Im Interview geht es vor allem um das Leben des gebürtigen Würseleners, der vor einiger Zeit nach Belgien gezogen ist und jetzt in Kelmis lebt. In seinem Wohnhaus hat er ein Studio und einen Raum für etwa 45 Konzertbesucher eingerichtet. Dort möchte er Konzerte mit Gastmusikern veranstalten. Vor Corona hat der Weitgereiste schon 2019 beschlosssen, kürzer zu treten und auch von der Musik eine Auszeit zu nehmen. 42 Jahre war er rund um den Erdball unterwegs. Mit seinen Akkordeons. Oft im Auftrag des Goethe-Instituts aber auch auf eigene Faust.

Acht Jahre lang hatte er eine Bleibe in Marrakesch und dort auch sein eigenes Kamel Alphonse. Dann zog es ihn in den Nahen Osten, oft nach Damakus, lernte dort und anderswo Musiker kennen, mit denen er gespielt hat. Seine Akkordeons nennt Manfred Leuchter seine „Prinzessinnen“, weil das Instrument liebevoll, aber auch zickig klingt. Sein Markenzeichen ist es, auf dem Akkordeon so zu spielen wie kein anderer, mit sehr eigener Handschrift. Damit ist er schon in der Carnegie Hall und in der Elbphilharmonie aufgetreten.

Als Weltenbummler hat Manfred Leuchter viel zu erzählen, bei so vielen Reisen gibt es auch immer mal wieder Problem und Missverständnisse. Einmal hielt man seine Gepäckstücke sogar für Bombenlegerkästen, an Grenzen musste er sich deshalb erklären, hat dort oft sein Instrument ausgepackt und hat vorgespielt oder er hat den Grenzern eine CD von sich gezeigt und durfte dann weiterziehen.

Manfred Leuchter – offizielle Homepage

Sendetermine

Sonntag, 25. Juli : 13:00 – 14:00 Uhr
Samstag, 31. Juli : 10:00 – 11:00 Uhr

Manfred Leuchter – „KleinerSchmerz am Rande“ auf YouTube

Biggi Müller/Horst Senker