Glaube und Kirche vom 15. November

Die Sendung "Glaube und Kirche" am 15. November mit Engelbert Cremer widmet sich zwei aktuellen Themen: dem Christentum in Europa und dem Los der Flüchtlinge.

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze nahe Gevgelija (9.11.)

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze nahe Gevgelija (9.11.)

Dr. Alfred Minke, emeritierter Professor der Katholischen Universität Löwen gestaltet den Themenbereich Christentum in Europa. Dieses Thema wird in sechs Sendungen aufgegliedert. Die Sendungen vom 15. und 22. November tragen den Titel „Wie Europa christlich wurde“. Im Monat Februar 2016 folgen zwei Sendungen mit dem Titel „Der Mythos vom christlichen Europa“. Und im März 2016 wird in zwei Sendungen die Frage aufgeworfen „Hat das europäische Christentum eine Zukunft?“.

Professor Minke leitet den ersten Beitrag vom Sonntag, dem 15. November 2015 wie folgt ein: „In letzter Zeit ist in den Medien wieder oft die Rede von den sogenannten ‚christlichen Werten‘, die Europa geprägt haben und noch immer prägen. Der Begriff ‚christliche Werte‘ wird dabei allerdings bei weitem nicht nur von Kirchenleuten in den Mund genommen, sondern ebenfalls und zwar recht häufig von Politikern, insbesondere konservativer Prägung, die im Zustrom islamischer Flüchtlinge eine Gefährdung eben dieser Werte sehen. Es erscheint mir demnach nicht uninteressant, der Frage nachzugehen, was es denn mit diesem ‚christlichen Erbe‘ Europas eigentlich auf sich hat. Ich möchte dabei drei Aspekte in den Blick nehmen: Erstens, den Christianisierungsaspekt Europas in den Jahren ca. 200 bis ca. 1400 nach Christus. Zweitens, eine Zustandsbeschreibung des Christentums und der Religionen allgemein im Europa des 21. Jahrhunderts. Drittens, Überlegungen zur Zukunft des Christentums in Europa.“

Der zweite Beitrag wird von Frau Margot Radermecker-Mennicken vom Raerener Wortgottesdienstkreis gestaltet. Sie ermuntert darin über das eigene Kreuz, das heißt über die eigenen Schwierigkeiten und Lasten des Lebens, die manche von uns zu tragen haben, auch das Kreuz jener zu sehen, die vor Krieg, Hunger und Elend auf der Flucht sind.

In ihren Gedanken zum Thema beginnt sie mit einem Ereignis, das sich am 25. April diesen Jahres in Nepal zugetragen hat und das sie persönlich sehr geprägt hat, als sie dort verweilte: einem Erdbeben, bei dem 8.600 Menschen ihr Leben verloren.

Im Anschluss an diese Gedanken wurde im Wortgottesdienst des Marienheims Raeren folgendes Gebet der Weltversammlung der Christen in Seoul vorgetragen:

Ich glaube an Gott, der die Liebe ist
Und der die Welt allen Menschen geschenkt hat.
Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren
an die Stärke der Waffen, die Macht der Unterdrückung.
Ich glaube an Jesus Christus, der gekommen ist uns zu heilen,
und der uns aus allen tödlichen Abhängigkeiten befreit.
Ich glaube nicht, dass Kriege unvermeidlich sind,
dass Friede unerreichbar ist.
Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen,
die berufen ist, im Dienste der Menschheit zu stehen.
Ich glaube nicht, dass Leiden umsonst sein muss,
dass der Tod das Ende ist,
dass Gott die Zerstörung der Erde gewollt hat.

Ich glaube, dass Gott für die Welt eine Ordnung will,
die auf Gerechtigkeit und Liebe gründet,
und dass alle Männer und Frauen gleichberechtigte Menschen sind.
Ich glaube an Gottes Verheissung eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen.

Ich glaube an die Schönheit des Einfachen,
an die Liebe mit offenen Händen,
an den Frieden auf Erden. Amen.

Engelbert Cremer - Illustrationsbild: Robert Atanasovski (afp)